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Jeddah Economic Forum – Karrieresprungbrett PDF Drucken E-Mail

Das diesjährige Jeddah Economic Forum (JEF) – organisiert von der Handelskammer Jeddah - findet vom 16.-18. März 2013 im Jeddah Hilton unter dem Motto „Wohnraum für die wachsende Bevölkerung schaffen“ statt.

Am ersten Tag sind Gastredner aus China, Indien und Deutschland eingeladen – man will von ihren Erfahrungen lernen. Ziel des Forums ist es, Vorschläge und Lösungen aufzuzeigen und somit Empfehlungen für die Regierung zu geben – genügend Vertreter verschiedener Ministerien werden anwesend sein. Die Lage hinsichtlich des benötigten Wohnraums ist ernst, denn über 60 Prozent der jungen Saudis haben keine Häuser – mit stark steigender Tendenz. Im Gespräch ist der Bedarf von 1,4 Mrd. Saudi Rial für den Bau von 2 Millionen Häusern in den kommenden Jahren. Zu den Starrednern gehört Prinz Khalid Al Faisal, der Gouverneur der Region Mekka. Er ist immer für eine Überraschung gut und in diesem Jahr wird sich der Prinz medienwirksam der Diskussion mit jungen Saudis stellen zu den Themen Arbeit, Wohnraum, Gesundheitsvorsorge und Bildung. Rund 2.000 Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik werden als Teilnehmer von JEF 2013 erwartet, die auch die Begleitausstellung namhafter Firmen besuchen. (www.jef.org.sa)

Welche Pläne junge saudische Frauen haben, ist beispielsweise von den Hostessen des Forums – meist Studentinnen - zu erfahren. Ein spezielles Training macht sie fit für die professionelle Betreuung von Fachbesuchern und Rednern, unter denen gekrönte Häupter (z. B. Königin Rania aus Jordanien), Minister (wie Sheikha Lubna, Außenhandelsministerin der VAE, die als Vorbild für junge Frauen in den GCC Staaten „standing ovations“ bekommt) oder Wirtschaftsbosse wie Richard Branson (Gründer von Virgin) bei früheren Veranstaltungen Furore machten. Eine dieser Hostessen ist seit 2007 die Saudische Studentin Saraa Taj (26) – wie ihre Kolleginnen perfekt in Englisch, charmant und offen.

Frage: An welcher Universität studieren Sie und sind Sie mit dem Lehrbetrieb zufrieden?
Saraa Taj: Ich habe Management Informations Systeme mit Master Abschluss am Business & Administration College der King Abdulaziz Universität studiert, 2012 mit Bestnote graduiert und bin jetzt Teaching Assistant im Mangement Information Systems Department. Im Gegensatz zu den Zeiten meines Bachelor-Studiums gibt es bei Professoren und Studenten keine Geschlechtertrennung bei den Vorlesungen. Im Hinblick auf die Lehrmethoden bin ich zufrieden, meine allerdings, dass manche Dozenten sich mehr anstrengen und nützlichere Methoden in ihren Lehrtechniken anwenden könnten.

Frage: Spielen in Ihrem gesellschaftlichen Leben soziale Netzwerke eine Rolle?
Saraa Taj: Ich bin ein sehr geselliger Mensch und schließe schnell neue Bekanntschaften, pflege jedoch auch noch Kontakt mit meinen Schulfreunden. Ich stelle zunehmend fest, dass ich zwar immer mehr Leute kennen lerne, um mein Netzwerk zu erweitern, aber richtige Freundschaften sind das nicht. Seit 2007 nutze ich Facebook – anfangs sehr aktiv, aber jetzt bin ich über diese Phase hinaus und checke nur noch die eingehenden Nachrichten. Derzeit nutze ich mehr Twitter, allerdings gebe ich wenig über mich selbst preis. Ich verfolge Informationen über bekannte Persönlichkeiten, die ich bewundere, einige Nachrichtenkanäle und beteilige mich an IT-Diskussionen.

Frage: Was bedeutet Ihnen der Job als Hostess bei JEF?
Saraa Taj: Unendlich viel! Das erste Mal war 2007 und ich werde es nie vergessen, da es meine erste berufliche Erfahrung außerhalb der Universität war – und gleich in solch einem aufregenden Umfeld mit so vielen Prominenten aus aller Welt! 2009 bekam ich nach meinem Bachelor-Abschluss durch meine Kontakte zu JEF einen Job bei der Handelskammer Jeddah, den ich parallel zum Studium ausführte.

Frage: Was erwarten Sie von 2013 und Ihrer Zukunft – beruflich und persönlich?
Saraa Taj: Ich möchte in meinem Department Dozentin werden. Mittelfristig habe ich die Vorstellung, meine eigene Privat-Schule zu eröffnen, das war immer mein Traum. Im persönlichen Bereich hoffe ich, dass der richtige Mann mich bald findet, denn ich würde gern heiraten. Derzeit wohne ich noch bei meinen Eltern, aber nach der Heirat werden wir uns auch in die lange Schlange der ein Haus suchenden jungen Leute einreihen.

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Text und Foto: Barbara Schumacher

 

 
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© DAG am Donnerstag, 14. Dezember 2017
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