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ADIHEX 2013: Vom 4.-7. September 2013 in Abu Dhabi PDF Drucken E-Mail

Die jährliche Abu Dhabi International Hunting and Equestrian Exhibition wird zum 11. Mal durchgeführt.

Von einer bescheidenen, aber von Anfang an besuchenswerten Kulturerbe- und Tiermesse hat sie sich zu einer Verkaufsschau entwickelt, an der Aussteller aus über 40 Ländern teilnehmen. Im vergangenen Jahr kamen über 100.000 Besucher.

ADIHEX wird vom Emirates Falconer’s Club organisiert und steht unter der Schirmherrschaft von Sheikh Hamdan Bin Zayed Al Nahyan, Repräsentant der Western Region (Al Gharbia) und Chairman des Clubs. Die Ausstellung wird von der Abu Dhabi Tourism and Culture Authority gefördert, in Zusammenarbeit mit dem Festival “Sheikh Mansour bin Zayed Al Nahyan for Purebred Arabian Horses”, der Wathba Stud Farm, dem Abu Dhabi Sports Council, and Invest AD Company. Die Firma Tawazun sponsert die Abteilung für Jagdwaffen.

Es gibt alles zu sehen, was mit den Emiratischen Traditionen hinsichtlich Jagd (inkl. Jagdwaffen), Fischereisport, Falknerei, Araberpferde, Kamele, Salukis, Safari Aktivitäten aller Art u.v.m. zu tun hat. Vom 4.-7. September 2013 ist die Messe Abu Dhabi (Abu Dhabi National Exhibition Centre) wie jedes Jahr Schauplatz der internationalen Ausstellung – ein Fest für die ganze Familie. Hier kann man in nur 4 Tagen Falkenschauen bewundern, bei denen auch emiratische Jungen professionell und stolz ihre Falken präsentieren (siehe Foto), Kamele und edle Araberpferde ersteigern und Windhundrennen genießen. Man kann sich mit der Arbeit der inzwischen berühmten Falkenklinik in Abu Dhabi vertraut machen, die von der Deutschen Dr. Margit Müller geleitet wird. Das gesamte Ambiente ist sehenswert und es gibt kaum eine bessere Gelegenheit, als Besucher mit emiratischen Familien in Kontakt zu kommen, oder als Unternehmer professionelle Kontakte zu knüpfen. In zunehmendem Maße interessieren sich auch deutsche Unternehmen für diese internationale Verkaufsmesse. Einen besonderen Raum nimmt das Kunsthandwerk ein. Im Rahmen des Projekts „Sougha“ stellen Beduinenfrauen nicht nur die traditionellen Gegenstände her, wie handgewebte Kissen, Kameldecken, etc., sondern auch Nützliches für den modernen Gebrauch: Von Laptoptasche über Brillenetui und Kosmetiktasche bis Geldbörse. Das unverwüstliche Material in typischem Beduinendesign ist gewebte Baumwolle bester Qualität und so attraktiv, dass einzelne Gegenstände im Bordverkauf bei Etihad Airlines zu haben sind. Auch Kunst und Kultur kommen nicht zu kurz: Die bekannte und vielfach ausgezeichnete Künstlerin und Designerin Azza Al Qubaissi brilliert mit ihren Schmuckkreationen, Maler und Fotografen zeigen ihre Werke in einer Sonderausstellung und die Nationale Folkloregruppe begeistert die Besucher mit traditionellen Tänzen. - Die Ausstellung wird auch von Internationalen Institutionen wie International Wildlife Consultants (IWC), International Association for Falconry (IAF), International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC) genutzt, die hier Fachtagungen abhalten.

Zu den beliebtesten Vorführungen gehören die Präsentationen der Salukis. Neben Saluki-Rennen gibt es auch Schönheitswettbewerbe dieser edlen Hunderasse und den Gewinnern winken attraktive Preise. Organisiert werden die Saluki Veranstaltungen vom Abu Dhabi Saluki Centre, dessen Besuch sich sehr lohnt, denn hier kann man den Salukis beim Schwimmen in ihrem eigenen Pool zusehen, oder staunen, wie ihr spezielles Futter frisch gekocht wird. Das geht auf die Tradition zurück, als die Salukis das Leben mit den Beduinen teilten, die aus Dankbarkeit für ihre treuen Jagd- und Wachdienste das Essen mit ihnen teilten. Für die Emiratis im Saluki Centre sind Salukis eine Leidenschaft. Niemand schildert die Vorzüge der Salukis besser als Hamad Al Ghanem, der Direktor des Zentrums. Er und seine Familie züchten Salukis seit Generationen. Er hat bisher mehr als 3000 reinrassige Salukis aus den Golfstaaten registriert, 700 davon gehören Emiratis. „Heutzutage geht es mehr um Qualität als um Quantität“, erklärt er den Besuchern auf der ADIHEX. „Ein starker, gut trainierter Saluki kann Tausende von Euro kosten, ich erinnere mich an einen Saluki-Besitzer, der das Angebot von 40.000 Euro für seinen intelligenten Saluki ausschlug, weil dieser auf seine wertvollen Kamele in der Wüste aufpasste. – Ein Saluki erreicht eine Geschwindigkeit von 75 km/h und hält das bis zu 4 km durch. Salukis werden 18-21 Jahre alt, sie haben ein seidiges Fell, es gibt vier Farben: sand, rötlich, weiß und schwarz mit Nuancen. Während im Westen bei Saluki-Wettbewerben hauptsächlich die physische Verfassung beurteilt wird, legen wir in den VAE großen Wert auf den Charakter. Ein guter Saluki hat sich so unter Kontrolle, dass er seine Jagdbeute lebend abliefert“.

Zur Einstimmung auf die Salukis kann man in der Heimat das Buch „Ich, Prinz Max vom Stamme der Salukis“ lesen. Prinz Max erzählt darin von den Abenteuern, die er mit seinem Bruder Prinz Moritz sowie Frauchen und Herrchen („die Zweibeiner“) auf der Arabischen Halbinsel erlebt. Das Emirat Abu Dhabi gehört zu seinen Jagdrevieren. Selbstverständlich gibt es viele Fotos von ihm im Buch und wer in seine klugen Augen schaut, sieht darin das uralte Wissen über das Leben in der Wüste und die Bedeutung der Salukis beim Überlebenskampf der Beduinen, denn sie jagten Hasen und Gazellen und waren erfolgreich im Aufspüren von Wasser. Sein Stamm zählt zu den ältesten rein gezüchteten Rassen der Welt. Darauf ist Prinz Max berechtigterweise äußerst stolz und drückt das in Haltung und Benehmen aus. Durch Prinz Max erfährt der Leser viel vom Leben der Beduinen und lernt sogar Kamelmilch schätzen.

Edelgard und Horst Liebl: „Ich, Prinz Max vom Stamme der Salukis“, Olms Verlag, ISBN 978-3-487-08523-4, 140 Seiten, Hardcover, zahlreiche, kommentierte Farbfotos, 14,80 €.

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Text und Fotos: Barbara Schumacher.

 
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© DAG am Montag, 27. März 2017
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