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Preisträger der Goethe-Medaille 2013: S. Mahmoud Hosseini Zad, Naveen Kishore und Petros Markaris PDF Drucken E-Mail

Die Goethe-Medaille 2013 geht an den iranischen Übersetzer und Autor S. Mahmoud Hosseini Zad, den indischen Verleger Naveen Kishore und den griechischen Schriftsteller Petros Markaris. Das Goethe-Institut verleiht den offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland jährlich und ehrt damit Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, übergibt die Auszeichnung am 28. August im Residenzschloss Weimar; die Laudationes halten der Journalist und Autor Wolfgang Günter Lerch, die Lektorin und Verlegerin Elisabeth Ruge und die Journalistin Christiane Schlötzer.

Mit der Goethe-Medaille ehrt das Goethe-Institut in diesem Jahr herausragende Persönlichkeiten, die ihre Begeisterung für die deutsche Sprache und die Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur in ihren Heimatländern eint.

S. Mahmoud Hosseini Zad ist der bedeutendste Übersetzer zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur ins Persische. Nach seinem Studium in Deutschland Ende der Sechzigerjahre war er in Teheran Dozent für deutsche Sprache und Literatur. Er übertrug Brecht ins Persische, ebenso wie Romane von Dürrenmatt. Seit 2000 übersetzt S. Mahmoud Hosseini Zad hauptsächlich zeitgenössische deutsche Literatur. Nicht zuletzt aufgrund seines Engagements sind Autoren wie Judith Hermann, lngo Schulze, Uwe Timm, Peter Stamm und Julia Franck den iranischen Lesern zugänglich. Viele seiner Übersetzungen wurden bereits mit Preisen ausgezeichnet und mehrfach aufgelegt, was auf dem iranischen Buchmarkt außergewöhnlich ist. In Vorträgen und Lesungen engagiert er sich auch als Vermittler der deutschsprachigen Film- und Theaterszene der Gegenwart. Mit Umsicht und Sensibilität ebne er dem Wort die Bahn und ermögliche kulturelle und persönliche Begegnungen, die das gegenseitige Verständnis der Menschen im Iran und in Deutschland wachhalten und verstärken, so die Auswahlkommission.

Naveen Kishore ist Gründer und Leiter des Seagull-Verlags in Kalkutta, der mit Niederlassungen in London und New York wie kein anderes indisches Haus international etabliert ist. So besitzt er die weltweiten Publikationsrechte für Autoren wie Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Jean-Paul Sartre, Thomas Bernhard, Imre Kertész, Yves Bonnefoy, Mo Yan, Mahasweta Devi, Peter Handke und Hans Magnus Enzensberger auf Englisch. Naveen Kishore leiten persönliche Überzeugung und Leidenschaft statt Marktorientierung. Mit der Gründung der Reihe „The German List“, einer Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, hat er die Rahmenbedingungen für die Rezeption deutschsprachiger Literatur in englischer Sprache nicht nur in Indien, sondern weltweit nachhaltig verändert: In den vergangenen fünf Jahren hat Seagull über 60 Lizenzen von deutschen Verlagen erworben. Deutsche Autoren wie Brigitte Reimann und Ralf Rothmann bringt Seagull Books erstmals in englischer Sprache heraus; in sorgfältig lektorierten und exzellent übersetzten Ausgaben. Mit der Gründung seiner Verlegerakademie, der Seagull School of Publishing 2011 in Kalkutta, hat er wesentliche Impulse für die Professionalisierung der Kultur- und Verlagsarbeit in ganz Indien gegeben. Naveen Kishore repräsentiere in herausragender Weise und auf höchstem Niveau den Austausch und die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland, heißt es in der Begründung der Kommission.

Petros Markaris ist der international bekannteste griechische Autor unserer Zeit. Der Sohn armenisch-griechischer Eltern wuchs in Istanbul auf und studierte in Wien und Stuttgart. Seine Kriminalromane sind liebevolle und zugleich sozialkritische Beschreibungen der heutigen griechischen Gesellschaft. Seine Bücher sind in 13 Sprachen übersetzt. Markaris spricht neben Griechisch fließend Türkisch und Deutsch; er hat das deutschsprachige Theater durch ausgezeichnete Übersetzungen von Autoren wie Brecht, Goethe, Schnitzler oder Bernhard auf griechische Bühnen gebracht. In den letzten Jahren hat er sich engagiert und kenntnisreich am Diskurs über die europäische Krise beteiligt: in seinen Romanen, in Essays und in der internationalen Presse. Er vermittelt ein authentisches Bild von Griechenland und ist zugleich in seiner Heimat ein ehrlicher Anwalt Deutschlands. Die Goethe-Medaille erhält Petros Markaris als Vermittler im griechisch-deutschen Verhältnis, der auch in Krisenzeiten seine kluge, analytische Sicht auf beide Länder beibehält.

Die Laudationes auf die Preisträger halten der Journalist und Autor Wolfgang Günter Lerch (S. Mahmoud Hosseini Zad), die Lektorin und Verlegerin Elisabeth Ruge (Naveen Kishore) und die Journalistin Christiane Schlötzer (Petros Markaris). Gemeinsam mit „pèlerinages“ Kunstfest Weimar veranstaltet das Goethe-Institut am Tag vor der Verleihung ein Gespräch mit den drei Preisträgern: Am Dienstag, dem 27. August 2013, sprechen S. Mahmoud Hosseini Zad, Naveen Kishore und Petros Markaris mit Christina von Braun, Kulturwissenschaftlerin und Vize-Präsidentin des Goethe-Instituts, über die Rolle, die Deutschland, seine Sprache, seine Kultur und seine Geschichte in ihrem Leben spielen.

Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Von 1992 bis 2008 wurde sie jährlich anlässlich des Todestags Goethes in Weimar verliehen. Seit 2009 findet die Verleihung am 28. August, dem Geburtstag Goethes, statt.

Seit der ersten Verleihung 1955 sind insgesamt 332 Persönlichkeiten aus 62 Ländern geehrt worden. Zu den Preisträgern gehören unter anderen Adonis, Daniel Barenboim, Pierre Bourdieu, David Cornwell alias John le Carré, Sir Ernst Gombrich, Lars Gustafsson, Agnés Heller, György Ligeti, Ariane Mnouchkine, Sir Karl Raimund Popper, Jorge Semprún, Billy Wilder oder Helen Wolff.

Die Verleihung wird in enger Partnerschaft mit der Klassik Stiftung Weimar und der Stadt Weimar veranstaltet. Das Gespräch mit den drei Preisträgern ist eine Kooperation mit „pèlerinages“ Kunstfest Weimar.

Umfangreiche Informationen zur Goethe-Medaille finden Sie außerdem unter:
www.goethe.de/goethe-medaille

 
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© DAG am Montag, 27. März 2017
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