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Deutsche Investoren im Irak und in Jordanien gefragt PDF Drucken E-Mail

Das dritte Hamburger Business Forum der EMA (Euro-Mediteranean Association for Cooperation and Development e.V.) am 17. Juni 2013 widmete sich – wie schon die erste Veranstaltung dieser Art – dem Irak. Dort gibt es praktisch immer noch keinen Privatsektor, aber der ist im Aufbau - wichtigste Aufgabe für die Zukunft. Dies gilt vor allen Dingen auch für den Aufbau eines privaten Bankensektors. Trotzdem sollen, wie Dr. Hussein M. F. Alkhateeb, Botschafter der Republik Irak in Berlin vermutet, etwa 700 deutsche Unternehmer bereits im Land tätig sein.

Das Umfeld ist vielversprechend: Es gibt neue Gesetze, incl. neues Investitionsgesetz und die rechtliche Lage wird als überschaubar angesehen. Die 33 Mio. Einwohner des Landes brauchen Entwicklung in den Bereichen Industrie, Infrastruktur, Energie, Bildung und Wohnen (der Bedarf von mindestens 2 Mio. Häusern ist ausgemacht) und wenn von dem 110 Mrd. USD Budget rund 30 % für Investitionen zur Verfügung stehen, dann sind das durchaus attraktive Aussichten. Für den Bildungsbereich – Aus- und Neubau von Universitäten und Bildungseinrichtungen sowie Trainingsmaßnahmen stehen rund 10,6 Mrd. USD bereit und dieser Bereich ist ausdrücklich für Investoren offen, wie von Kulturattaché Prof. Dr. Fadhil A. Al-Ameri betont wird. Im Jahr 2012 verzeichnete man 2,5 Mio. (Religions-)Touristen und das bei noch völlig unzureichender touristischer Infrastruktur. Auch in diesem Bereich ist viel zu tun.

Dank der zunehmenden Ölförderung hat die Wirtschaft Wachstumsraten, von denen man hierzulande nur träumen kann. „Verträge mit internationalen Großkonzernen wie Shell sind abschlussbereit“, so Mohammed Abdulla Zain, stellv. Industrieminister. Bisher hat allerdings der nationale Entwicklungsplan seine Ziele bei weitem nicht erreicht und trotz der Milliarden-Einnahmen aus dem Ölsektor haben sich die Lebensbedingungen der Menschen noch nicht grundlegend verbessert – 23 Prozent der Bevölkerung leben immer noch in bitterer Armut, die Arbeitslosigkeit ist zwar von 51 auf 15 Prozent gesunken, aber die Jugendarbeitslosigkeit liegt immer noch bei 30 Prozent und lediglich 7 Prozent der Frauen sind in nicht-landwirtschaftlichen Bereichen beschäftigt.

Wie im Irak so ist auch im Nachbarland Jordanien der Bereich der Erneuerbaren Energien ein wichtiges Thema und man verspricht sich viel von zukünftigen Aktivitäten deutscher Investoren auf diesem Gebiet. Als Ehrengast nimmt Senator Riad Saifi (siehe Foto), Senator und Vorstand der Handelskammer von Jordaniens Hauptstadt Amman teil, der zukünftige Gastgeber des German-Arab Environment Forums, das vom 9.-11. September 2013 in Amman und Aqaba stattfinden soll. „Prinz Hassan bin Talal, Ehrenpräsident der EMA, hat bereits seine Unterstützung zugesagt und bemüht sich darum, dass König Abdullah die Schirmherrschaft des Forums übernimmt. Die Themen sind u. a.: Nachhaltiges Ressourcen Management, Klima-Wandel, Ökotourismus, Energie-Industrie und Wassermanagement.

Jordanien hat kein Öl – wenn man einmal vom Olivenöl absieht – daher brauchen wir dringend Ideen von Unternehmern, die uns bei dem Thema Umwelt helfen und deutsche Unternehmer genießen ein ganz besonderes Ansehen. Die Handelskammer Amman hat mit großen Veranstaltungen viel Erfahrung. Unsere Kammer – die größte im Land - hat rund 45.000 Mitglieder, in Jordanien muss per Gesetz jedes Unternehmen Kammermitglied werden“. Auf die Frage nach der Teilnehmerzahl meint er: „Wir rechnen mit 70 bis 100 Unternehmern aus Deutschland und ca. 300 jordanischen Unternehmern. Ziel ist, diesen Unternehmen eine professionelle Plattform für die Anbahnung von Geschäftsbeziehungen zu bieten“. Und wo liegen die Vorzüge von Amman? „Wir sind das Herz der Arabischen Welt, bieten Stabilität, Sicherheit und eine für solche Veranstaltungen perfekte Infrastruktur.“ (www.ema-germany.org)

Text und Foto: Barbara Schumacher

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Senator Riad Saifi, Senator und Vorstand der Handelskammer von Jordaniens Hauptstadt Amman

 
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© DAG am Donnerstag, 14. Dezember 2017
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