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Qatarisch-deutsches Projekt entwickelt neues Spracherkennungssystem für den arabischen Raum PDF Drucken E-Mail

Das qatarische Forschungsinstitut QCRI und das deutsche Unternehmen EML arbeiten gemeinsam am Ausbau von Spracherkennungssystemen mit sehr großem Wortschatz für die arabische Sprache. Ziel dieser Zusammenarbeit ist ein automatisches arabisches Transkriptionssystem.

Die Anwendungsgebiete für die automatische Sprachtranskription sind vielfältig. Video- und Audioinhalte können durchsucht werden, von Nachrichtensendungen bis hin zu Vorträgen und Tagungen. So wird Wissen schneller und einfacher zugänglich. Dies wird Hörgeschädigten zugutekommen und könnte alternative Kommunikationsformen in Form von Nachrichten in „lauten“ Umgebungen wie Flughäfen oder „leisen“ Bereichen wie Bibliotheken ermöglichen.

„Unsere Zusammenarbeit mit EML ist eine optimale Verbindung von Fachwissen in der sprachtechnologischen Forschung“, so Dr. Ahmed Elmagarmid, Geschäftsführer des Qatar Computing Research Institute (QCRI). „Das Ergebnis unserer Kooperation eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für die Zukunft der Kommunikation und des Informationsaustauschs. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit mit EML weiter auszubauen.“

„Wir freuen uns aus zwei Gründen über die Zusammenarbeit mit dem QCRI: Erstens, weil sie uns mit einer erstklassigen Forschungseinrichtung verbindet, vor allem im Bereich der sprachorientierten Technologien. Zweitens können wir so eine weitere sehr wichtige Sprache in unser Portfolio aufnehmen“, so Andreas Reuter, Geschäftsführer von European Media Laboratory EML. „Ich bin mir sicher, dass unsere gemeinsamen Aktivitäten beiden Seiten zugutekommen werden und sie der Beginn einer lange währenden Geschäfts- und Forschungsbeziehung sind.“

Die Forschungs- und Entwicklungskompetenz des European Media Laboratory liegt im Bereich der Sprachverarbeitungstechnologien. Hier werden Lösungen auf den Gebieten automatische Sprachtranskriptionssysteme für Sprachnachrichten, Sprachanalyse und Medientranskription erarbeitet. EML hat die „EML Transcription Platform“ entwickelt, eine sprachunabhängige, skalierbare Spracherkennungs-Plattform.

Das Ziel des Sprachtechnologieteams des QCRI für die Arabische Sprache ist, eine Technologie zu entwickeln, die zum Abbau von Sprachbarrieren beiträgt und den Zugang zu Informationen sowie die Möglichkeit zu kommunizieren vereinfacht. Das Team forscht intensiv im Bereich maschineller Übersetzung und Spracherkennung für die arabische Sprache und deren Dialekte. Dazu zählt der Aufbau von Sprachmodellen für verschiedene Domänen oder Anwendungsgebiete wie Tagungen, Nachrichtensendungen oder Vorträge.

QCRI und EML werden im Rahmen ihrer Zusammenarbeit zügig hochwertige Sprachkomponenten der arabischen Sprache für die „EML Transcription Platform“ entwickeln. Mit dem Einsatz dieser Plattform können letztlich reichhaltige Quellen für die Erhebung von arabischen Sprachdaten erschlossen werden, und QCRI kann die arabische Sprachkomponente weiter verbessern.

EML European Media Laboratory

Die EML European Media Laboratory GmbH ist ein privates IT-Unternehmen mit Sitz in Heidelberg, das von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira ins Leben gerufen wurde. Das EML forscht und entwickelt in den Bereichen „Mensch-Technik-Interaktion“ und „automatische Sprachverarbeitung“, mit besonderem Augenmerk auf Lösungen, die gesprochene Sprache automatisch in Text umwandeln. Die angebotenen Produkte und Lösungen umfassen Sprachanalyse, Medientranskription, Sprachnachrichten, Sprachsuche, Diktierlösungen und Sprachsteuerung.

Qatar Computing Research Institute

Das Qatar Computing Research Institute (QCRI) wurde 2010 von der Qatar Foundation for Education, Science and Community Development gegründet. Das QCRI ist eine private, gemeinnützige Organisation, die den Übergang Katars von einer auf Kohlenwasserstoff basierenden Wirtschaft hin zu einer wissensbasierten Wirtschaft fördert.

QCRI ist ein nationales Forschungsinstitut und verfolgt das Forschungs- und Entwicklungsziel der Qatar Foundation, nämlich die Entwicklung von Innovations- und Technologiekapazität innerhalb des Landes. Der Schwerpunkt liegt auf den komplexen Herausforderungen des wissenschaftlichen Rechnens, die von hohem nationalem Interesse sind und Einfluss auf Wachstum und Entwicklung haben.

Den vollständigen Artikel über das neue Projekt finden Sie hier.

 
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© DAG am Montag, 23. Oktober 2017
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