Home arrow Politik arrow „Treffen für gute Zwecke in schlechten Zeiten“:
„Treffen für gute Zwecke in schlechten Zeiten“: PDF Drucken E-Mail

Deutsch-Arabisches Umweltforum 9.-11. September 2013 in Jordanien

Rund 400 Teilnehmer waren der Einladung der EMA (Euro-Mediterranean Association for Cooperation and Development e. V.) und der Handelskammer Amman zu dem dreitägigen Forum (2 Tage Amman und 1 Tag Aqaba) gefolgt um sich mit den verschiedenen Umweltthemen von Energie Industrie über Klimawandel und Wassermanagement bis Umweltschutz zu befassen. Das Gastgeberland kennt die Wasserprobleme, gehört es doch zu den wasserärmsten Ländern der Welt.

Image

Prinz El Hassan bin Talal (siehe Foto), Präsident des Higher Council for Science and Technology (HCST), Gründungsmitglied und Vorstand zahlreicher einschlägiger Institutionen sowie Ehrenpräsident der EMA richtet seinen eindringlichen Appell an die gesamte Arabische Welt, sich in konzertierten regionalen Aktionen für den Umweltschutz einzusetzen - vor dem Hintergrund eines dramatischen Anstiegs der Bevölkerung um 30 Prozent – und warnt vor einer „demographischen Bombe“, wenn nicht umgehend Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Nutzung erneuerbarer Energien ergriffen werden. Von aktuellen Sorgen geplagt, spricht er das Problem der Millionen syrischen Flüchtlinge und deren Versorgung an und nennt es die größte Flüchtlingskatastrophe aller Zeiten. Von besonderer Wichtigkeit ist für ihn die Möglichkeit, auch kritische Fragen stellen zu dürfen, was in der arabischen Welt als nicht besonders populär gilt. „Wir brauchen Kooperationen wie es das Beispiel der Deutsch-Jordanischen Universität zeigt. Hier wird ein großartiges Konzept verwirklicht, denn die Studenten werden zu „agents of change“ herangebildet. Wir brauchen Visionen und Verantwortlichkeit für den Umweltbereich und nicht nur einzelne Projekte“. Die Beispiele, die er nennt, geben zu denken, wie z. B.: „Russland exportiert Gas nach Deutschland, aber es gibt keine einzige Pipeline für Öl/Gas durch Jordanien, das Nachbarland Saudi-Arabien exportiert nichts nach Jordanien. - Als ich bei einer internationalen Konferenz Anfang der 1990-er Jahre 35 Mrd. USD für Arbeitsplätze zur Stabilisierung der Jugend in der Arabischen Welt forderte, gab es keine Reaktion. Eine entsprechende Summe wurde nach dem 9. September 2001 „mit einem Federstrich“ bewilligt – für Nationale Sicherheit in den USA“.

Wie erschreckend die Situation im Bereich von Umwelt- und Klimaschutz in der Arabischen Welt ist untermauert in aufrüttelnder Weise mit Daten und Fakten Najib Saab, Secretary General of Arab Forum for Environment & Development (AFED) – nachzulesen im Internet www.afedonline.org. Qatar ist als der größte „Umweltsünder“ ausgemacht.

Die Wirtschaftsdelegation deutscher Unternehmer war hoch willkommen – gilt Deutschland doch als vorbildlich beim Thema Umweltschutz. Und so fanden die deutschen Unternehmer dann auch eine Vielzahl interessierter arabischer Gesprächspartner. Wer in Amman gesehen hat, wie sich meterhohe Müllberge am Straßenrand der Hauptverkehrsader durch die Altstadt – in Sichtweite der Al Husseini Moschee – auftürmen und per Hand von Gastarbeitern unsortiert in Müllautos verladen werden, der weiß: es ist schon allein in der Abfallwirtschaft in Jordanien – und in vielen anderen Ländern der Arabischen Welt - unendlich viel zu tun.

Das im August 2013 durch die Jordanische Regierung aufgelegte Wasserprojekt hat einen Wert von 980 Mio. USD und sieht vor, Wasser aus dem Roten Meer zur Trinkwassergewinnung zu entsalzen. Vorher müssen allerdings noch geologische, geografische, umweltspezifische und wirtschaftliche Studien erfolgen …

Text und Foto: Barbara Schumacher

 
< zurück   weiter >
© DAG am Freitag, 20. Oktober 2017
Powered by Joomla