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Djibouti – Wirtschaftstor nach Ostafrika PDF Drucken E-Mail

Das kleine Land am Horn von Afrika, umgeben von Eritrea, Äthiopien und Somalia, hat sich gemausert – nicht nur im diplomatischen Bereich, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Nachdem in Deutschland jahrelang ein Generalkonsul die Interessen von Djibouti in Deutschland vertrat und der Djiboutische Botschafter in Paris sich auch um Deutsche Angelegenheiten kümmerte gibt es seit November 2011 einen Djiboutischen Botschafter in Berlin und einen Deutschen Botschafter in Djibouti.

Der wirtschaftliche Aufschwung begann mit dem Engagement der Vereinigten Arabischen Emirate: Dubai World ist in verschiedenen Wirtschaftssektoren Djiboutis involviert, das schließt den Hafen von Djibouti ein, einem der wichtigsten Häfen in Ostafrika, dessen Doraleh Container Terminal (DCT) von DP World gemanagt und als technisch am weitesten fortgeschrittenes Container Terminal Afrikas bezeichnet wird. Manager der Djibouti Port & Free Zones Authority ist JAFZA (Jebel Ali Free Zone Authority). Die Freizone - „Your gateway to East Africa“ mit Zugang zu einem Markt von 340 Mio. Verbrauchern (COMESA)- bietet alle modernen Einrichtungen und das Finanzpaket enthält Steuerfreiheit, 100prozentige Eigentümerschaft, keine Beschränkung bei der Beschäftigung ausländischen Personals, 100prozentige Ausfuhr von Kapital und Gewinn, die Möglichkeit, lokale Märkte zu beliefern und keinerlei Währungsrestriktionen. Das beste Hotel wurde von Nakheel gebaut: das 5-Sterne Hotel Kempinski and Villas. Damit hat man sich professionelle und finanzstarke Partner gesichert und kann Weltklasse-Service und professionelle Dienstleistungen anbieten, außerdem besteht damit der Zugang zu einem globalen Kundennetzwerk. Auch im Finanz-, Banken- und Versicherungssektor gewinnt das Land an Bedeutung: die Rede war schon von der „Schweiz Afrikas“. Im Tourismusbereich kann man eine Vielzahl ausgezeichneter Tauchgebiete anbieten und man hat ehrgeizige Pläne, denn man sieht sich schon als Alternative zu Sharm El Sheikh. Investitionsmöglichkeiten gibt es z. B. in den Bereichen Viehwirtschaft, Fischwirtschaft, Salzgewinnung, Energiewirtschaft (Zukunftsprojekte bei Wind- und Solarenergie), Telekommunikation, Tourismus, Wohnungsbau und Ausbau der Infrastruktur. Es gibt einen Investment Code, herausgegeben von der National Investment Promotion Agency (www.djiboutinvest.dj).

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, ein Deutsch-Djiboutisches Wirtschaftsforum anzustreben; denn immer wieder klagt man in Djibouti darüber, dass zwar generell kein Mangel an Investoren besteht – den obersten Rang nimmt China ein – man aber höchst interessiert ist an Deutschen Investoren. „Wir lieben die deutsche Mentalität, wir wollen Deutsche Technologien ins Land holen, denn wir schätzen die Qualität deutscher Produkte und Djibouti ist das sicherste Land der Gegend. Wer in Djibouti investiert, hat das gesamte Hinterland, vor allem Äthiopien, im Auge. Djibouti ist das einzige Land der Region, in dem kein Deutscher Unternehmer bisher investiert hat“, so Mohammed Dileita Aden, Botschafter der Republik Djibouti in Berlin (siehe Foto 2. v. l.) anlässlich einer Veranstaltung am 24. September 2013 in Hamburg, die von der EMA (Euro-Mediterranean Association for Cooperation and Development e. V.) organisiert wurde. Die eingeladenen Deutschen Unternehmer lauschten mit Interesse den Vorträgen ihrer Kollegen, die bereits eine Erkundungsreise nach Djibouti absolviert haben und vor allem den Ausführungen von Mohamed Aref, dem Marketingleiter der Djibouti Ports & Free Zones Authority (www.djibouti-portsfz.dj), extra nach Hamburg angereist. Auf die Frage nach drei Gründen für Investitionen in Djibouti meint er: „Erstens sind die Investitionen sicher und die Nähe zu den Märkten z. B. in Äthiopien und Süd-Sudan ist attraktiv. Zweitens gibt es 14 neue Großprojekte im Land, darunter sind Projekte im Hafen und am Flughafen. Drittens öffnen wir unsere Türen für Europäer besonders weit, nachdem die Franzosen jegliches Investitionsengagement gestoppt haben“. Die Freizone mit den o. g. üblichen Vorteilen – ein Investor braucht keinen lokalen Partner - wird als professionell in jeder Hinsicht dargestellt und viele Länder genießen dies, wie das Flaggenmeer vor Ort zeigt. „Leider fehlt bisher die deutsche Flagge“, so Mohamed Aref (siehe Foto 1.v.l.).

Für Ende Januar 2014 ist ein Deutsch-Djiboutisches Wirtschaftsforum in Djibouti geplant.

Text und Foto: Barbara Schumacher

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© DAG am Mittwoch, 28. Juni 2017
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