Saudi-Arabien und Jordanien im Fokus

Zu seiner 17. Sitzung traf sich der Gesprächskreis “Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika“ der IHK Hannover am 19. Juni 2013 in Celle. Während viele der vorangegangenen Treffen in Unternehmen der 140 Gesprächskreismitglieder stattfanden, darunter auch bei der Firma V-Line Group aus Sehnde (bei Hannover), die seit über 30 Jahren u. a. in Saudi-Arabien tätig ist, traf man sich dieses mal in den Räumen der Deutschen Management Akademie Niedersachsen gGmbH, die ihren Sitz in einem Seitenflügel des Celler Schlosses hat. Horst Schiemann, Leiter Nahost der IHK Hannover und zusammen mit Minister Walter Hirche Initiator des Gesprächskreises kann zufrieden auf die Vergangenheit schauen: der Kreis wurde am 29.8.2007 in der IHK Hannover gegründet, an der Eröffnungssitzung nahmen 85 Unternehmer teil. Die Ziele des Gesprächskreises sind nach wie vor aktuell, wie die gut besuchten vier Veranstaltungen pro Jahr zeigen.

Akademiedirektor und Geschäftsführer Ralf Othmer stellt die Akademie vor: „Die Deutsche Management Akademie Niedersachsen (DMAN) qualifiziert Fach- und Führungskräfte für den Erfolg auf internationalen Märkten und sie unterstützt den Aufbau von Geschäftskontakten zwischen niedersächsischen und ausländischen Unternehmen. Sie ist damit ein wesentliches Instrument der Außenwirtschaftsförderung des Landes Niedersachsen“ (www.DMAN.de). Ein konkretes Beispiel folgt durch Yousef Nahhas. Der Projektmanager der Akademie präsentiert nach einem Kurzüberblick über die wirtschaftliche Situation in Saudi-Arabien ein derzeit an der Akademie laufendes Weiterbildungsprogramm für Saudische Ingenieure, das in Kooperation mit V-Line Europe durchgeführt wird. Saudische Ingenieure von drei renommierten Unternehmen –National Water Company (NWC), Saudi Electricity Company (SEC) und Saline Water Conversion Corporation (SWCC) – nahmen an der ersten Seminarphase in Riyadh teil, die Übergabe der Zertifikate war sogar einen Bericht in der saudischen englischsprachigen Tageszeitung ARAB NEWS wert. Die zweite Phase findet im Juni 2013 in Celle statt mit einem durch Theorie und Praxis in Niedersächsischen Firmen ausgewogenen Programm.

Voller aktueller Eindrücke aus Jordanien gab Birgit Tesic-Kurth, Geschäftsführerin und Architektin der BBK Bau GmbH aus Seelze sowie Vize-Präsidentin der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft (DJG) nicht nur ausführliche Informationen über die DJG im 50. Jubiläumsjahr (www.d-j-g.com), sondern auch einen Überblick über die derzeitige Situation in Jordanien mit Schwerpunkt der Bereiche Umwelt, Erneuerbare Energien und Bau. Mit Spannung kann das für den 9.-11. September 2013 vorgesehene Deutsch-Arabische Umweltforum in Amman und Aqaba erwartet werden (www.ema-germany.org). Das ausführliche, zum 50. Jubiläum der DJG erschiene Kompendium „Jordanien und Deutschland – über die Vielfalt kultureller Brücken“ (ISBN 978-3-89500-945-7) sei besonders empfohlen. Alle Beiträge – aus Kultur, Wirtschaft und Politik - stammen von ausgewiesenen Sachkennern und sind ausgezeichnet bebildert. Unter anderem wird auch die German Jordan University (GJU), deren Entwicklung eine wahre Erfolgsgeschichte ist, behandelt, die auch von der Referentin auf dem neuen Campus in Madaba besucht wurde. Derzeit studieren dort 3000 Studenten. Das Besondere: Jeder Student muss Deutsch lernen, ein Jahr in Deutschland verbringen und während dieser Zeit ein Firmenpraktikum absolvieren (www.gju.edu.jo). Die Studenten sind dabei weitgehend auf sich allein gestellt, Hilfe gibt es jedoch von der DJG. Geplant ist ein Industriepark. Die GJU fungiert als Kooperations-Partner des Deutsch-Arabischen Umweltforums.

„Glänzende Zukunft für die saudische Stadt Najran“, Hauptstadt der gleichnamigen „Principality“ in Saudi-Arabien war Thema von Barbara Schumacher, die im März 2013 diese im Süden des Königreichs, nahe der Grenze zum Jemen gelegene Stadt besuchen konnte und Informationen über zahlreiche bereits angelaufene Entwicklungsprojekte vor Ort erhielt. Seit Prinz Mishaal bin Abdullah bin Abdulaziz vor vier Jahren hier die Regierungsgeschäfte übernahm und als Chairman des Regional Investment Council fungiert, stehen die Zeichen auf Fortschritt sowohl in der in 1200 m Höhe liegenden, historisch bedeutenden Handels- und Oasenstadt, die für ihre Produktion von Zitrusfrüchten bekannt ist, als auch in der gesamten Region. Der neue Flughafen ist seit Herbst 2012 in Betrieb, die Najran University, eine der größten des Nahen und Mittleren Ostens in spe, ist im Bau, die gesamte Infrastruktur wird erneuert – viele Verbindungsstraßen, Brücken über Wadis sind bereits fertig gestellt, neue Highways im Bau. Häuser eines großen, neuen Wohngebiets sind im Rohbau fertig. Die neue Industrial City, eine von insgesamt 29 im gesamten Königreich, ist ca. 60 km von Najran entfernt, im Entstehen. Das Budget für dieses Jahr beträgt 1,1 Mrd. Euro und soll für Projekte der Bereiche Gesundheit, Bildung und Entwicklung eingesetzt werden. Auch im Tourismus will man sich engagieren. Rund 150 touristische Attraktionen wie Archäologische Stätten, Burgen und Paläste, traditionelle Märkte, Museen, etc. wurden in der Principality Najran gezählt. Neue 5-Sterne Hotels sind geplant. Ein großer Teil der anlässlich des 1. Najran Investment Forum im März 2011 verkündeten Maßnahmen, z. B. die Etablierung der Najran Holding Company for Development and Investment wurde realisiert. Nun will man Investoren aus dem In- und Ausland anlocken. Plattform dafür ist das 2. Najran Investment Forum, das unter dem Motto „Najran, the land of unlimited opportunities“ vom 7.-9. September 2013 in Najran City stattfinden wird, organisiert von der Handelskammer, unter der Schirmherrschaft von Prinz Mishaal. (http://saudibiznews.com/markets/item/1662-governor-of-najran-to-patronize-investment-forum).

Informationen über den Gesprächskreis Naher und Mittlerer Osten der Industrie- und Handelskammer Hannover finden Sie hier.

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Die Referenten (v.l.n.r): Horst Schiemann, Birgit Tesic-Kurth, Yousef Nahhas, Ralf Othmer, Barbara Schumacher.