Arabische Frauen in Berlin

Zeitgleich fanden in der Zeit vom 23. bis 25. Oktober 2013 zwei ganz unterschiedliche Foren statt, in denen Arabische Frauen im Rahmen hochkarätiger Programme im Mittelpunkt standen. Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und der Arabischen Welt waren genauso gefragt wie das Netzwerke knüpfen und das gegenseitige voneinander Lernen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – hierzulande ein immer noch ungelöstes Problem – ist z. B. in Saudi-Arabien selbstverständlich.

Die Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry e. V. und das Arab International Women’s Forum richteten im Hotel Adlon vom 22.-25.10.2013 das Arab-German Women Leaders Forum aus unter dem Motto: „From Partnership to Inclusive Growth: Business Women in the Arab World, Germany and the International Community – komplett in Englischer Sprache. Zur Eröffnung sprach u. a. Haifa Fahoum Al Kaylani, Gründerin und Vorstand des Arab International Women’s Forum, bestens vernetzt als „change agent“ in internationalen Regierungs- und Wirtschaftskreisen mit viel Erfahrung aus wichtigen Rollen, die sie bei verschiedenen internationalen Wirtschafts-, Kultur- und Bildungsorganisationen, z. B. als Board Member MENA-OECD Business Council, spielt. Weitere, oft mit internationalen Preisen ausgezeichnete Fachfrauen und Unternehmerinnen aus Bahrain, VAE, Marokko, Qatar, Palästina, Libanon und Deutschland diskutierten Themen wie die Rolle der Frauen als Führungskräfte in großen bzw. kleinen und mittleren Wirtschafts-Unternehmen. Souverän und professionell wurde das Forum von Dr. Gabi Kratochwil geleitet, Inhaberin von Cross Cultures in Deutschland, die global operierende internationale Unternehmen und Organisationen zu ihren Kunden zählt, von denen ein beträchtlicher Teil aus der Arabischen Welt stammt. Aus diesem Grund verfügt sie über ein weitgefächertes Netzwerk an Kontakten vor allem zu erfolgreichen arabischen Frauen, über die man auch in ihrem Buch „Die neuen Arabischen Frauen“ (orellfüssli, Zürich 2012) eine Fülle ausgezeichneter Informationen findet.

Die zweite Veranstaltung war das 2. Deutsch-Arabische Frauennetzwerkforum unter dem Motto „Frauen in Führung für nachhaltiges Wachstum“ am 24. Oktober 2013 im Auswärtigen Amt, organisiert von der EMA Euro-Mediterranean Association for Cooperation and Development e. V., zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Auswärtigen Amt und der Handelskammer Hamburg, sowie mit zahlreichen weiteren Kooperationspartnern. Hier hatte man sich für die Sprachen Deutsch und Arabisch mit Simultanübersetzung entschieden. Schwerpunktthemen waren deutsche und arabische Perspektiven zur Situation von Frauen nicht nur in der Wirtschaft, sondern darüber hinaus auch in Gesellschaft und Politik. Aus der Arabischen Welt waren u. a. Frauen aus Tunesien, Ägypten, Marokko und Saudi-Arabien angereist. Es gab drei Panel: 1. Frauen in der Deutsch-Tunesischen Transformationsgesellschaft, 2. Politisches Empowerment für gesellschaftliche Teilhabe und 3. Gleichstellung in der Wirtschaft für nachhaltiges Wachstum. Unter den Referentinnen des zweiten Panels waren u. a. Angelika Storz-Chakarji, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Doha/Qatar und – mit äußerst leidenschaftlichen Beiträgen - Nouzha Skalli, Mitglied der Partei des Fortschritts und des Sozialismus, Familienministerin a. D. aus Marokko (beide auf dem Foto von links nach rechts). Referentinnen und Teilnehmerinnen nutzten die Veranstaltung für rege Diskussionen zwischen Frauen aus Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten (EMA-Region).

Für weitere, hochkarätige Veranstaltungen dieser Art bleibt für die Zukunft noch eine Fülle von Themen. Heutzutage ist es kein Problem, Frauen aus der Arabischen Welt, die etwas zu sagen haben, eine interessante Plattform in Deutschland zu bieten – wenn es ihnen gelingt, von den jeweiligen Deutschen Botschaften im Ausland rechtzeitig ein Visum zu erhalten. Von vielen Teilnehmerinnen wurde die Parallelität der beiden Veranstaltungen sehr bedauert, zumal es keinerlei Themenüberschneidungen gab. Es lohnt sich, die Aktivitäten der EMA und der Ghorfa in Sachen „Frauen in der Arabischen Welt“ weiterhin im Auge zu behalten.

Text und Foto: Barbara Schumacher



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